Selbstständige als gebeutelte Stützen der deutschen Wirtschaft

“Die deutsche Wirtschaft trotzt Krise im Aufschwung“ Diese und ähnliche Meldungen kamen immer wieder über die Nachrichtenagenturen. Doch analysiert man den Inhalt dieser Schlagzeile genauer, kann sehr schnell festgestellt werden, dass nicht die Großkonzerne bzw. die Industrie den wesentlichen Anteil an der Stabilität und dem Wirtschaftswachstum beigetragen haben, sondern, wen wundert das, mal wieder der Mittelstand.

Während die Wirtschaft der Welt schwächelt, teilweise sogar heftig von einem Absturz bedroht ist und die Preis explodieren, steht Deutschland gut da und wirkt als eine Art Stabilitätsfaktor mitten in einer problematischen Halbwüste von Versuchen das Wirtschaftsklima freundlich zu gestalten um einen falschen Schein zu wahren, der schon längst verfolgen ist. Es ist an der Zeit die Grundpfeiler neu zu setzen und sich für die erfolgreiche aber auch nachhaltige Zukunft zu entscheiden.

Den Fakten auf der Spur

Doch wie erklärt sich diese Situation? Sind es die erschwerten Zugangsvoraussetzungen, um ein Handwerksbetrieb in Deutschland zu eröffnen, die hohen bürokratischen Hürden oder gar die steuerliche Komplexität im Land der Dichter und Denker?

Ganz sicher nicht. Die Wahrheit ist, dass deutsche Produkte und Dienstleistungen weltweit geschätzt werden, obwohl der Nimbus „Made in Germany” gelitten hat. Im Wesentlichen ist es das hohe Maas an Anpassungsfähigkeit, die vornehmlich vom Mittelstand ausgeht. Dabei muss klar sein, dass Deutschland nicht wegen, sondern trotz der hohen bürokratischen Anforderungen einen guten Stand hat. Robust nennt Wirtschaftsminister Philipp Rößler, die Wirtschaft, die Engländer und die Amerikaner spekulieren über die schier unendliche Geduld und Leidensfähigkeit des deutschen Mittelstandes. Dabei sollte die Leidensfähigkeit besonders hervorgehoben werden. An dieser Stelle sei gesagt, dass bürokratische Anforderungen oftmals zu Hürden werden und für den einen oder anderen Unternehmer kaum zu meistern sind. Als Beispiel darf man mit Bestimmtheit den Statistikwahn in einzelnen Betrieben nennen, der dem eingefleischten Unternehmer bekannt sein wird.

Man stelle sich vor, zu welchen Leistungen und Beitrag zum Wirtschaftswachstum eben dieser Mittelstand fähig wäre, wenn das Wirtschaftsklima besser und die staatlichen Hindernisse geringer wären. Zweifelsohne ist der Mittelstand der Leistungsträger der Nation. Meistens Inhabergeführt, führen falsche Entscheidungen zu einer Verminderung des Einkommens bis hin zum Ruin der eigenen Existenz.

Völlig anders als bei Banken und Dax-Konzernen, die trotz Mindereinnahmen und falschen Entscheidungen ihre Führungskräfte mit üppigen Gehältern und Bonifikationen bedecken. Der Mittelstand, und das ist der eminente Unterschied, ist des eigenen Glückes Schmied, steht für falsche Entscheidungen am Pranger, muss sämtliche Verordnungen einhalten und wird durch einen stets zunehmenden Druck, bürokratische und steuerliche Hindernisse an der Ausführung der eigentlichen Arbeit gehindert.

So läuft die Wirtschaft wirklich

Wie der Kleinunternehmer und der Mittelstand das schafft und überlebt? Um es auf den Punkt zu bringen: durch Fleiß, Risikobereitschaft, Innovation, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen. Der unermessliche Druck, der durch einzuhaltende Verordnungen in Deutschland erzeugt wird, gepaart mit dem unendlichen finanziellen Heißhunger des Fiskus sind Gründe, die teilweise Mittelständler, kleinere Händler, Firmengründer und andere Selbstständige knechten und knebeln. Manchmal erweckt es einfach den Eindruck, dass immer mehr Steine in den Weg gelegt werden, als das der Weg zum erfolgreichen Unternehmer geebnet wird. Kein Politiker wird sich für ein mittelständisches Unternehmen oder für eine Steuerstundung eines Selbstständigen einsetzen, bei Großkonzernen wird allerdings werbewirksam Stimmung gemacht.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass so genannte Monopolisten nicht theoretisch sondern auch praktisch „Narrenfreiheiten“ in Deutschland genießen und dies unter liebäugelnder Beobachtung der Politik. Ob dies mit den prunken Festen zu tun hat, die die Beziehen stärken und vertiefen sollen zu hat, mag nur eine These sein.

Fazit
Kleinunternehmer und Mittelständler repräsentieren Deutschland und sind das gefestigte Rückrad der Nation. Wie lange dies so bleiben wird kann man derzeit nur bedingt einschätzen. Die Politik muss einen Sinneswandel vollziehen und künftig mehr Augenmerk auf nachhaltiges Wirtschaften legen. Möglicherweise wird der Mittelstand in künftigen Wahlkampfdebatten mehr zum Vorschein kommen. Gewünscht sei es.

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