Beitreibung von Forderungen durch Inkassounternehmer

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Mit diesem Blogbeitrag möchte ich das Thema „Zahlungsaufforderung, Inkasso und Mahnverfahren“ anschneiden und Sie bei der Wahl des richtigen Inkassobüros unterstützen.

Im ersten Teil des Beitrages informiere ich über Inkassokosten, die in Verbindung mit Inkassobüros entstehen können, im weiteren Verlauf gehe ich auf Seriösitätsfragen ein.

Inkassokosten und Gebühren

Eine gesetzliche Vergütungsverordnung wie bei Rechtsanwälten gibt es nach meinen Recherchen bei Inkassoinstituten nicht. Somit reicht das Kostenspektrum von unheimlich günstig, wie z.B. eine Inkassopauschale bei Misserfolg, bis hin zu stattlichen Honoraren.

Daher gilt die Devise: Handeln Sie die Kosten im Vorfeld aus und nutzen Sie das Internet, um ein qualifiziertes Inkassobüro zu finden, welches Ihren Ansprüchen genügt und vor allem auf Ihr Unternehmen zugeschnitten ist.

Es muss nicht ein Büro aus der näheren Umgebung sein, es muss nicht das teure aber auch nicht das günstigste Büro zur Schuldeneintreibung engagiert werden. Achten Sie viel mehr auf Kundenservice und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Neben den Gebühren ist bei mir z.B. die Erreichbarkeit ein wichtiges Kriterium und mit der Erreichbarkeit verbinde ich nicht nur eine nette Dame am anderen Ende der Leitung, sondern auch Telefongebühren, so genannte Service-Hotlines. Im Ernstfall können so mache Gesprächsminuten anfallen und damit nicht unerhebliche Telefongebühren.

Nun gibt es Inkassounternehmen, die Ihnen, wie bereits oben erwähnt, eine Kostenpauschale bei Misserfolg auferlegen. In der Regel jedoch schaut es so aus, dass Sie als Gläubiger vorerst die gesamten Inkassoauslagen übernehmen müssen. Eine Garantie auf Kostenübernahme durch den Schuldner haben Sie in der Regel nicht, auch wenn Ihnen dies von Inkassounternehmen oftmals als Anreiz vorgehalten wird.

Wer zahlt bei Insolvenz des Schuldners?

Natürlich denkt sich der Gläubiger nun, weshalb er denn die Kosten zu tragen hat, da es doch das Verursacherprinzip gibt.

Klar der Regel nach: Wer den Schaden verursacht, sollte auch dafür gerade stehen.

Da wir in einem Rechtsstaat leben, gibt es Rechtsprechungen, die für und jene die gegen die Übernahme der Inkassokosten durch den Schuldner urteilen. Daher Vorsicht bei umfangreicheren Vertragsabschlüssen, die Sie z.B. über ein Mengeninkasso binden könnten.

Der Begriff Mengeninkasso bedeutet einfach: Sie geben vielfache Forderungen pro Jahr an das Inkassobüro weiter.

So haben Sie zwar die Möglichkeit erfolgsbasierte Konditionen auszuhandeln und können oftmals auf automatisierte Abläufe zugreifen, doch binden Sie sich in der Regel an eine gewisse Erfüllungspflicht. Dies sollten Sie im Einzelfall näher prüfen.

Testen Sie also ein Inkassobüro im Vorfeld auf Herz und Nieren. Entscheiden Sie in aller Ruhe, auch dann wenn Sie die Forderungen schnellstens durchsetzen möchten.

Beachten Sie auch den Erfüllungsort und den Gerichtsstand, welcher in den jeweiligen AGB des Unternehmens zu finden sein sollte. So vermeiden Sie weite Anfahrtswege und unnötige Zusatzkosten. Lassen Sie sich eine Beispielrechnung und einen kompletten Musterverlauf zeigen, um vor Überraschungen gewappnet zu sein.

Die eigentlichen Gebühren und die Höchstgrenzen regelt im Prinzip das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Die Bemessungsgrundlage ist die Forderungssumme. Bitte geben Sie bei der Gebührenrechnung darauf Acht, dass Inkassogebühren, zumindest vor der Vergabe eines Titels (notarielle Urkunde), nicht doppelt abgerechnet werden. Beispielhaft erhalten Sie eine Kostennote von Ihrem Anwalt und eine weitere direkt vom Inkassounternehmen. In solchen Fällen macht es Sinn, wenn sich das Inkassobüro und Anwälte absprechen.

Bei pauschalen Abrechnungsformen, die ich bereits oben erwähnt habe, sollten die Inkassogebühren nicht höher sein, als die Rechtsanwaltsgebühren zzgl. 15 Prozent. 20 Euro Netto gelten als pauschaler Richtwert, der nicht überschritten werden sollte.

Seriöses Inkassobüro

Inkassobüros sind nichts anderes als gewinnorientierte Gewerbebetriebe. Daher sollten Sie wie beim Kauf in einem Online Shop, auf gewisse Auffälligkeiten achten und nicht jedem Inkassobüro das volle Vertrauen schenken. Wie im normalen Geschäftsleben, gibt es auch hier Hinterwäldler, die über dubiose Machenschaften an Ihr Geld wollen.

Es ist zwar eine Erlaubnis erforderlich, um ein Inkassounternehmen zu gründen und zu führen, jedoch benötigt man keine Ausbildung. Lediglich einen Nachweis über Sachkenntnisse als Qualifikation sollte der Gründer vorweisen können.

Lassen Sie sich nahe legen, welche Wege das Inkassobüro einschlägt und welche Formulierungen in Anschreiben verwendet werden, um Gelder einzutreiben. Offensichtliche Anhaltspunkte für ein unseriöses Unternehmen sind Drohgebärden gegenüber dem Schuldner, unter Druck setzen, Gewaltandrohungen etc.

Seriöse Inkassobüros wählen den sachlich korrekten Weg, um als Mittelsmann zu fungieren. Nicht selten ist der Schuldner ein Nachbar, Bekannter oder enger Geschäftspartner. Der Interessenkonflikt sollte daher auf einem neutralen Niveau gelöst werden, um sich künftig in die Augen schauen zu können oder weitere Geschäfte abzuwickeln.

Achten Sie bei Inkassobüros auf Partnerlabels, wie das der Schufa Holding AG oder auf Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Rechtsbeistände oder im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen.

Bevor Sie sich für die Unterstützung durch ein Inkassobüro entscheiden, sollten Sie das persönliche Gespräch mit dem Schuldner suchen. Hilft dies nicht weiter, dann steht Ihnen eine kostengünstige Alternative  zur Verfügung: Mahnen Sie den Schuldner ab und setzen Ihn in Verzug. Eine dreifache Abmahnung ist nicht notwendig. Eine einzige vorherige Abmahnung reicht vollkommen aus. Das Inkassobüro können Sie dann immer noch beauftragen.

Die genannten Inhalte dienen lediglich der Orientierung und basieren auf eigenen Recherchen.

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