Mut zum Marketing: wie gute Ideen Investitionen ersetzen

Momox.de - Einfach verkaufen.

Für einen Existenzgründer oder Selbständigen zu Beginn seiner Karriere ist es nicht leicht, sich unter den anderen Start ups, Experten und Dienstleistern einen Namen zu machen. Marketing kostet Geld, das am Anfang die wenigsten investieren wollen – oder schlicht nicht können. Aber Zeit und Geld lässt sich durch gute Ideen oft ausgleichen, wie ich selbst erfahren habe.

Hier zunächst, was man NICHT machen sollte: Man sollte definitiv kein Geld für Werbeagenturen oder Marketingberater ausgeben. Diese denken in der Regel nur in klassischen Kategorien: in Zeitschriften Anzeigen schalten, im Internet Anzeigen schalten, eine Plakat-Aktion erstellen, einen Rundfunkspot kreieren usw. Neben den Anzeigenkosten kommen dann noch die Kosten für deren Recherche und Gestaltungsarbeit hinzu – und auf diese Art kommt am Ende schnell mal eine Rechnung von 50.000 Euro zusammen. Ein halbes Jahr später erklärt dann die Agentur wortreich, wieso die Aktionen in diesem speziellen Fall nicht den Umsatz gebracht haben, den man sich eigentlich von ihnen erhofft hatte. Die Ursachen dafür liegen natürlich immer außerhalb des Einflussbereichs der Agentur oder des Beraters.

Für mich hat Marketing nur einen Inhalt und ein Ziel: Die Leute müssen über mich und meine Arbeit reden und man muss natürlich auch im Gespräch bleiben. Man kann noch so gut sein – das bringt alles nichts, wenn einen niemand kennt. Und damit die Leute über mich reden, muss ich ihnen natürlich ein interessantes/erwähnenswertes Gesprächsthema liefern. Meine Herausforderung: Als Rhetoriktrainer belegte ich weder eine Nische, noch war mein Thema besonders exotisch, ich war am Anfang ein Trainer unter Tausenden. Um da zu punkten, musste ich mir etwas besonderes einfallen lassen. Etwas Außergewöhnliches, Auffallendes, das nicht jeder machte.

Außergewöhnliches Marketing braucht nicht nur eine Idee und sondern auch Mut!

Um ohne ein großes Budget ins Gespräch zu kommen, muss man bereit sein, die klassischen, bekannten, konventionellen Wege zu verlassen. Um neue Wege zu gehen, braucht es immer Mut. Aber dieser Mut macht sich in den meisten Fällen bezahlt.

Mir kam damals eine Idee: Ich buchte einen Seminarraum in einem Hotel in der Fußgängerzone von Zürich, das sehr zentral liegt. Am Samstag, als die Gegend um das Hotel herum vor Menschen förmlich überquoll, wie ich wusste, setzte ich dann meinen Plan in die Tat um. Ich ging mit den Teilnehmern meines Rhetorik-Seminars nach draußen und platzierte einen nach dem anderen auf einer umgedrehten Getränkekiste. Und dort, inmitten all dieser Passanten, sollten sie die Rede halten, die für sie den Abschluss ihres Seminars darstellte. Nicht im sicheren Seminarraum vor den “Kollegen” – sondern in der “Wildnis”, da draussen.

Damit schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Seminarteilnehmer profitierten extrem davon, ihre Hemmungen zu überwinden und vor einem großen, fremden Publikum frei zu sprechen. Und ich hatte eine Aktion, die für die nicht nur für meine Teilnehmer, sondern auch für die Medien interessant war. Ich hatte Zeitungen, Radio und Fernsehen im Vorfeld kontaktiert und Ort und Uhrzeit der Aktion mitgeteilt. Wenn man so etwas plant, sollte man übrigens in den Schlagzeilen der Zeitschriften denken – und diese gleich mitliefern: “Speakers’ Corner in der Bahnhofsstrasse”.

Das Ergebnis: sechs Medien berichteten darüber, sogar das Schweizer Fernsehen kam mit einer Kamera vorbei. Die gleiche, mit Verlaub erfolgreiche Aktion organisierte ich dann auch in anderen Städten in der Schweiz und Deutschland – mit vergleichbarer Resonanz. In Zürich, meiner Wahlheimat, wurde diese Aktion übrigens zum Markenzeichen meiner Seminare: “Das ist doch der, bei dem die Leute auf Kisten stehen und reden müssen.” Sehr interessant!

Auch wenn sich die Teilnehmer des Seminars irgendwann nicht mehr an dessen Inhalt erinnern – dieses Erlebnis – und auch den positiven Schock – vergessen sie nicht, reden noch nach Jahren davon. Die beste Empfehlung, die man sich wünschen kann. M. Pöhm persönlich auf Rhetorik Seminar Online.

Über Matthias Poehm

Matthias Pöhm unterrichtet Rhetorik und macht als Coach Spitzenleute aus Politik und Wirtschaft für deren öffentliche Auftritte fit. Er veranstaltet "das teuerste Rhetorik-Seminar Europas" (FAZ), dessen Teilnehmer vor einem Publikum von 120 Menschen reden müssen. Zudem ist er Autor des Bestseller "Präsentieren Sie noch - oder faszinieren Sie schon".
Dieser Beitrag wurde unter Spezialmedien abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


Weitere Artikel zu diesem Thema: