Neue Möglichkeiten – Guerilla Marketing

Als Urheber des Begriffs Guerilla Marketing gilt der amerikanische Unternehmensberater Jay C. Levinson. Er bezeichnete damit ungewöhnliche Werbemaßnahmen, durch die bei geringen Kosten eine erhebliche Wirkung bei den potentiellen Kunden erzielt wird.
Das wiederum bedeutet, dass Guerilla Marketing sehr individuell auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten werden muss. Das Ergebnis dieser Werbeform wird immer anhand des während der Laufzeit erzielten Gewinns gemessen.

Welche Varianten sind beim Guerilla Marketing üblich?

Einen Schwerpunkt bildet das Buzz Marketing. An dieser Stelle müssen die Produkte und Dienstleistungen selbst überzeugen, denn sie werden als Gratisproben angeboten. Die Verbreitung der Einschätzungen der Dienstleistungen und Produkte erfolgt dann über die sozialen Netzwerke. Der Vorteil bei dieser Art Guerilla Marketing besteht darin, dass der Werbetreibende keine Entgelte an Dritte zahlen muss.

Beim Ambush Marketing werden Themen genutzt, die besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hier sind durch den Werbetreibenden sehr schnelle Reaktionen notwendig, da die erhöhte Relevanz nur zeitlich befristet besteht. Ein gutes Beispiel dafür ist die Bewerbung erfrischender Getränke in Zeiten mit extrem hohen Außentemperaturen oder die Werbung für sichere Geldanlagen in Zeiten stark schwankender Börsenkurse. Wer derartige Werbeclips im Fernsehen oder Rundfunk platzieren möchte, sollte wegen der dadurch kurzfristigen Steigerungen der Nachfrage nach Werbeplätzen beim Guerilla Marketing mit höheren Kosten als sonst rechnen.

Der Überraschungseffekt beim Guerilla Marketing

Beim Guerilla Marketing werden die potentiellen Kunden mit Überraschungen auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam gemacht. Das Ambient Marketing sorgt für einen Aha-Effekt im direkten Umfeld des Kunden. Dafür werden beispielsweise Werbebotschaften an stark verschmutzten Hauswänden angebracht, indem mit Schablonen einzelne Bereiche gereinigt werden. Das ist natürlich an stark frequentierten Stellen wie größeren Straßenkreuzungen sowie im Umfeld von Bahnhöfen und Einkaufszentren besonders wirksam.

Auch das Sensation Marketing spielt als eine mögliche Maßnahme beim Guerilla Marketing eine wichtige Rolle. Praktische Anwender dieser Werbeform sind vor allem die großen Filmstudios und Plattenfirmen. So werden Scheidungen und Hochzeiten bei Musikern und Hauptdarstellern ganz gezielt auf die Zeit kurz vor der Veröffentlichung der Werke terminiert. Auch werden kleinere „Vergehen“ der Schauspieler und Musiker durch das gezielte Streuen von Gerüchten aufgebauscht, um für ein Plus bei der Aufmerksamkeit zu sorgen.

Bei Guerilla Marketing die Konkurrenz im Auge behalten

Direkte Vergleiche sind bei der Werbung in Deutschland verboten. Das heißt aber noch lange nicht, dass man die Schwächen der Konkurrenz nicht ausnutzen kann. Bietet ein Mitbewerber beispielsweise einen mangelhaften Service an, könnte der eigene Service als Alleinstellungsmerkmal in den Mittelpunkt der Werbung gestellt werden. Auch über die gesetzliche Mindestlaufzeit hinaus gewährte Produktgarantien bieten sich für das Guerilla Marketing förmlich an.

Virales Marketing gehört ebenfalls zum Guerilla Marketing

Unter viralem Marketing versteht der Experte alle Maßnahmen, bei denen die Vorzüge eines Produkts oder einer Dienstleistung durch die bisherigen Kunden verbreitet werden. Hier spielen die sozialen Netzwerke in jüngster Zeit eine zunehmende Rolle. Wer auf diese Weise Guerilla Marketing betreibt, profitiert von der Gruppendynamik. In vielen Gruppen wird nur derjenige anerkannt, der ein bestimmtes Produkt besitzt. Diese Spielart der Werbung eignet sich besonders gut, wenn jugendliche Kunden angesprochen werden sollen.

Welche Kosten verursacht das Guerilla Marketing?

Die Kosten für das Guerilla Marketing sind direkt von der gewählten Strategie und der für die Verbreitung der Informationen genutzten Wege abhängig. Die Mund-zu-Mund-Propaganda bei der Bereitstellung von Testprodukten gibt es kostenlos. Werbung in sozialen Netzwerken ist sehr kostengünstig und kann vor allem binnen kürzester Zeit etabliert werden. Das Sensationsmarketing kostet üblicherweise nur etwas Zeit für die Entwicklung der Ideen und das Streuen der Gerüchte. Sie verbreiten sich durch die Sensationslust und Neugier der Menschen von ganz allein. Die höchsten Kosten verursacht die Verbreitung der Informationen in den klassischen Medien, zu denen Rundfunk und Fernsehen zählen. Des Weiteren ist es in Abhängigkeit von der gewählten Kampagne sinnvoll möglicherweise anfallende Kosten wie zum Beispiel das Entfernen von gesprayten Logos mit in die Kalkulation. Trotz solcher schwer abschätzbaren Kosten bleibt eine unkonventionelle Kampagne kostentechnisch oft hinter normaler Werbung in klassischen Medien. Im besten Fall greifen die Medien das Thema auf und man bekommt kostenlose Aufmerksamkeit durch hohe Verbreitung. Das Motto beim Guerilla Marketing lautet also: Auffallend gute Ideen haben.

Über Jasmin Schmidt

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten. Overnightprints als Online Druckerei legt dabei Schwerpunkte auf ein kleines aber ausgewähltes Sortiment hochwertiger Printprodukte.
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