Geschäftsübernahme – Selbständig durch Firmenkauf

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist heute mehr denn je ein lohnenswertes Vorhaben. Die Entscheidung einer Firmengründung ist natürlich risikobehaftet und sollte sorgfältig überlegt sein.

Oftmals geben Existenzgründer nach wenigen Monaten auf, oder werden durch äußere Umstände zur Aufgabe gezwungen. Dabei gibt es eine Alternative um den Anfängen der eigenen Exitenzgründung unter die Arme zu greifen.

Selbständig durch Geschäftsübernahme

Interessant kann dabei die Übernahme eines bestehenden Betriebes sein, bei dem der oder die Betriebsinhaber, aus welchen Gründen auch immer, die Entscheidung getroffen haben, das aktive Geschäftsleben zu verlassen und den Betrieb zu verkaufen. Dieser Wunsch entsteht, wenn kein Nachfolger aus dem persönlichen Umfeld bereitsteht, den Betrieb zu übernehmen oder wenn die Eigentümer sich auf einen solchen Nachfolger nicht einigen können, was ein Verkauf außerhalb des privaten Umfeldes nötig erscheinen lässt. In der Zwischenzeit gibt es sogar Makler, die sich darauf spezialisiert haben eine Unternehmensübernahme zu vermitteln.

Vorteile einer Geschäftsübernahme

Wer sich selbständig machen möchte, hat mit einer Geschäftsübernahme eine Reihe interessanter Vorteile. In der Regel handelt es sich um einen etablierten Betrieb, mit einer entsprechenden Anzahl an Kunden und mit nachprüfbarem Umsatz. Wenn die eigene Firmengründung durch eine Betriebsübernahme vollzogen wird, kann also der neue Eigentümer auf bestehende Strukturen zurückgreifen, die er natürlich durch eigene Akzente und Vorstellungen ergänzen kann und sollte. Auch die wichtige Frage der Mitarbeiter, die zweifelsohne tragende Säulen eines Betriebes sind, ist einfacher zu lösen. Meistens verfügen bei einer Unternehmensübernahme die Betriebe über eine Reihe von Leistungsträgern, die den Anfang deutlich erleichtern, da sie auch über Kontakte zu Kunden, Lieferanten und Servicefirmen verfügen.

Situation vor Firmenkauf gründlich prüfen

Nun sollte aber eine Geschäftsübernahme im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren geprüft werden, denn die Tücke steckt hier im Detail. So verlockend auch ein Angebot erscheinen mag, eine detaillierte Prüfung ist unerlässlich. Je nach Umfang des Betriebes sollte der Käufer, der nunmehr als selbständig Tätiger agiert, nicht auf die Hilfe von Fachleuten verzichten. In einer solchen Situation ist die Inanspruchnahme von Juristen und Steuerberater nicht nur gut angelegtes Geld, sondern teilweise, je nach juristischer Betriebsart, auch gesetzlich vorgeschrieben.

Der Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer wird anhand von Bilanzen, betriebswirtschaftliche Abrechnungen (BWA) oder Gewinn- und Verlustrechnungen die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und die Angemessenheit des zugedachten oder ausgehandelten Preises prüfen. Weiterhin muss der Steuerberater eventuelle Verbindlichkeiten im steuerlichen Bereich und bei den Sozialabgaben prüfen. Auch wenn es richtig ist, dass persönliche Steuern nicht in den Haftungsbereich des neuen Eigentümers übergehen, können sehr wohl Steuerschulden oder Rückstände bei den Sozialabgaben trotz Übernahme der Besitzverhältnisse an den jeweiligen Firmeneigentümer übergehen.
Der juristische Beistand ist unerlässlich, um die Besitzverhältnisse zu prüfen, ebenso wie Verbindlichkeiten bei Lieferanten. Da bei einem Eigentümerwechsel unter Beibehaltung des Unternehmens auch bestehende Verträge, die den Eigentümer nicht nur binden, sondern auch in seiner Handlungsfähigkeit beschränken, weiterhin Gültigkeit behalten, wird der juristische Beistand auch diese Verpflichtungen überprüfen.

Die Verantwortung der neuen Geschäftsführung

Doch selbst bei aller Beratung, die der neue Eigentümer durch Juristen und Steuerberater erhält, sollte stets bedacht werden, dass er in der Konsequenz den Betrieb weiterführen muss und für Mitarbeiter und einer vernünftigen Ertragssituation letztlich verantwortlich ist.

Daher sollten die einzelnen Schritte auch immer schriftlich festgehalten werden. Verhandlungsfortschritte, zusätzliche Vereinbarungen und Modalitäten der Zahlung und Haftungsübernahme bedürfen zwar nicht zwingend der schriftlichen Fixierung. Diese ist aber unbedingt – schon aus Beweisgründen – empfehlenswert.
Schließlich, vor der tatsächlichen Betriebsübernahme, sollten die getroffenen Vereinbarungen auch dann wenn nicht zwingend vorgeschrieben, immer schriftlich festgehalten werden.
Gerade im Hinblick auf spätere Verhandlungen mit den zuständigen Ämtern oder Banken ist das Vorweisen eines solchen Schriftstückes, womöglich notariell beglaubigt, hervorragend geeignet um die verschiedenen Verantwortungsübergänge zu dokumentieren.

Wer diese Hinweise berücksichtigt, kann mit der Übernahme eines bestehenden Betriebes einen leichteren und sicherlich auch besseren Einstieg in die Selbstständigkeit vollziehen.
Denn die geordnete und geplante Übernahme eines vielleicht langjährig bestehenden Betriebes minimiert die Anfangsschwierigkeiten des Unternehmers ohne seine Gestaltungsmöglichkeit zu beschneiden.

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